Damenabteilung der Bevenser Gilde von 1220 e.V.

 

 

Mitte der sechziger Jahre fanden sich einige Frauen bei den

Trainingsabenden des Schießclubs ein um mit den Männern

zu üben. Der damalige Schießsportwart Georg Zahrt wollte

unbedingt eine Frauengruppe ins Leben rufen, da er mit den

jungen Mädchen, aus der Jugendschießgruppe die besten

Erfahrungen gemacht hatte.

Die Übungsabende fanden damals im Schießstand hinter

dem alten Schützenhaus statt, das 1972 dem Neubau der

Diana-Klinik weichen musste. Der Petroleumofen,

den Jürgen Cahnbley zur Verfügung gestellt hatte, puffte und

Qualmte erstmal einige Zeit, bevor er Wärme entwickelte.

 

 

Wir wurden gut in den Umgang mit Gewehr und Munition eingewiesen und hatten auch bald kleine Erfolge, die dazu führten, daß Frauen auch zum „Löffelschießen“ beim Schützenfest zugelassen wurden. Gerda Heinemeyer hat schon 1966 einen Esslöffel (800er Silber) errungen. Er wurde graviert mit „Erste Dame 1966“. Von diesem Zeitpunkt an haben die Frauen öfter Schützenfestlöffel entführt. Leider hatten wir damals in der Bevenser Gilde keine Möglichkeit unser Können unter Beweis zu stellen, denn Frauen bei Wettkämpfen wären in dieser Zeit wohl bestaunt worden.

 

Trotzdem gründeten wir 1967 die Damenschießsportabteilung der Bevenser Gilde. Unsere 1. Vorsitzende wurde Gerda Heinemeyer. Sie kümmerte sich um alles Wesentliche, so dass wir nicht mehr so sehr von den Männer abhängig waren.

Da wir aber weiterhin in der Gilde nicht zum Zuge kamen, schlossen wir uns über Erich Waltereit der Kyffhäuser Kameradschaft Bevensen an. Künftig waren wir auf vielen Schießständen zu finden. Wir schossen in Veerßen, Stöcken, Uelzen, Suderburg und sogar in Braunschweig. Wir hatten Erfolge, brachten viele Urkunden mit, sogar einen zweiten Einzelsieger auf Bundesebene stellten wir 1973.

 

Inzwischen tat sich in der Gilde für uns auch einiges. Unsere 1. Vorsitzende Gerda Heinemeyer war eine der ersten Frauen, die 1971 einen Schießwartlehrgang machte. Schon 1970 fand der erste Rundenwettkampf für Frauen statt,

an dem wir beteiligt waren. Ergebnisse für uns: 3. Platz mit der Mannschaft und 5. und 6. Platz im Einzel. 1973 Kreismeisterschaft in Hammerstorf, Silber und Bronze für die Bevenser Frauen. Es wurden damals nur 30 Schuss geschossen. Der Stress war nicht so groß.

 

Unser alter Schießstand wurde abgerissen und wir brauchten eine neue Bleibe. Die Viehmarkthalle hinter dem alten Rathaus war unser neues Domizil. Viele fleißige Hände räumten das vorhandene Gerümpel in die Seitenteile, um in der Mitte eine freie Schießbahn zu bekommen. Jürgen Cahnbley besorgte viele Stoffballen, die in Bahnen geschnitten, an den Dachbalken befestigt wurden um einen sauberen warmen Eindruck zu schaffen. Leider waren diese Stoffe weiß. Sie nahmen innerhalb kürzester Zeit eine gräuliche Färbung an, die bei Berührung Wolken von Staub absonderten. Zur Einweihung dieses Provisoriums und als Belohnung für alle Arbeitenden wurde ein Spanferkel gekauft, das von Jürgen Hammermeister aufs Beste zubereitet war. Die damalige Gildeführung war dazu eingeladen. Wie auch zu den 120 Soleiern die zu einem 40. Geburtstag ausgegeben und von Helmut Klippe eingelegt und von uns dann mit Essig und Öl verzehrt wurden. In dieser Viehmarkthalle wurde oftmals mehr gefeiert als geschossen.

 

Unser neues Schützenhaus war dann warm, trocken und hell. Die Ergebnisse beim Schießen wurden wieder besser, wir schossen ja den Rundenwettkampf in der A-Klasse und manche hat es mit LG oder LP sogar manchmal nach Hannover zur Landesmeisterschaft verschlagen.

 

1979 wurden Uniformen angeschafft. Sie bestand aus einem schwarzen Rock, einen beigen Bläser und einem passenden Halstuch. 1980 durften die Frauen zum ersten mal auch auf die Königsscheibe schießen. Nicht um die Königswürde zu erringen sondern um zu beweisen, dass wir es könnten. 1981 ist die Damenschießsportabteilung zum ersten mal in Uniform zum Schützenfest mit ausmarschiert.

 

Bis zu diesem Zeitpunkt wurden den Damen viele Hindernisse bei dem Wunsch einer aktiven Schützenfestteilnahme in den Weg gestellt. Dies hat sich jedoch in den folgenden Jahren erheblich gewandelt. Ein weiterer Höhepunkt in unserem Vereinsleben war das Jahr 1994. In diesem Jahr wurde von unserer Schützenschwester Erika Mohr eine Damenkette gestiftet, mit der die beste Schützin auf die Königsscheibe ausgezeichnet wird.

 

Heute hat die Damenabteilung der Bevenser Gilde 32 Mitglieder. Es wird aktiv an vielen Schießwettbewerben (Rundenwettkämpfen, Vereins- und Kreismeisterschaften und Pokalschießen) teilgenommen. Am letzten Sonnabend im Oktober wird von der Damenabteilung ein Damenpokalschießen ausgerichtet, an dem sich rd. 20 Kreisvereine beteiligen. Die aktive Teilnahme in Uniform am Schützenfest, an den Ummärschen und an verschiedenen Schießdisziplinen (Gildeehrenkette, Bürgergewinnscheibe) wird heute von allen Mitgliedern der Bevenser Gilde als selbstverständlich angesehen.

 

Neben der Teilnahme am Schützenfest und den Schießwettbewerben veranstaltet die Damenabteilung eine Reihe weiterer geselliger Aktivitäten: 

-          Närrisches Schießen (Faschingsfeier)

-          Einkaufsfahrt nach Lüneburg

-          Radtour

-          Tagesfahrt ins „blaue“ (alle 2 Jahre)

-          Wochenendfahrt (alle 2 Jahre)

-          Weihnachtsfeier

 (besonders gut sind unsere Damen außer beim Schießen auch beim Kuchenbacken, der bei diversen Veranstaltungen angeboten wird. Anmerkung des Webmaster)

 

Als Beweis für eine intakte und beständige Gemeinschaft, freuen wir uns, dass wir mit Thea Hösch und Edelgard Waltereit noch heute zwei Gründungsmitglieder in unseren Reihen haben.

 

Ein früherer Major der Bevenser Gilde hat einmal gesagt,  „ Die Damenschießsportabteilung ist die Feuerwehr der Gilde“ und damit können wir leben, denn die Damen richten sich getreu nach dem Motto der Gilde: 

 

                                                                                                „Seid einig und fröhlich“

  

Die Vorsitzenden der Damenabteilung:                        Die stellvertretenden Vorsitzenden:

 

1967 – 1972   Gerda Heinemeyer

1973 – 1993   Gertrud Pomplun                                   Thea Hösch   -   Margit Klippe

1993 – 2000   Margit Klippe                                        Edeltraud Warnecke

2000 - 2002   Marie-Anna Schnatzer                           Marianne Lappöhn-van der Schans

2002 – 2006  Monika Fricke                                       Margit Klippe

2006 - 2010   Edeltraut Warnecke                               Monika Klippe

2011-             Susett Moll                                            Sandy Krützfeld

                                                                                     Stefanie Fricke

 

   

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Stand: 02. April 2016